- Noch immer steht ein Großteil der befragten Reisebüromitarbeiter dem Internet ambivalent gegenüber. Sie sehen das Internet einerseits als Unterstützung beim Verkauf von Reisen (89 Prozent der Antworten), andererseits aber auch als Konkurrenz und Gefährdung (58 Prozent) für ihr Geschäft.
- Die Reiseverkäufer nutzen neben den Websites von Anbietern und deren Extranets vor allem Hotelbewertungen, Online-Enzyklopädien und Seiten mit Kartenmaterialien und schätzen diese als wichtig für die Beratungsqualität ein.
- Beim aktiven Generieren eigener Inhalte in Web-2.0-Anwendungen sind Reiseverkäufer bisher sehr zurückhaltend. Den klassischen Reisebüro-Medien wie Katalogen und Reservierungssystemen wird nach Meinung der Reiseverkäufer zukünftig eine geringere Bedeutung zukommen. Nutzer- und anbietergenerierten Webinhalten, Vertriebsunterstützungs-Systemen und Suchmaschinen hingegen kommt zukünftig eine größere Bedeutung zu. Auch E-Mail-Newsletter gewinnen nach Meinung der Expedienten an Bedeutung, wogegen Post-Mailings weniger wichtig werden.
- Die Qualität der eigenen Reisebüro-Website wird überwiegend als gut (87 Prozent) eingeschätzt, im Widerspruch dazu wird der Nutzen für den Kunden als eher gering bezeichnet (47 Prozent). Lediglich zwölf Prozent der Websites enthalten Anwendungen, die den Austausch von Informationen zwischen Reisebüro und Kunde ermöglichen und nutzergenerierten Inhalt integrieren, so die Meinung der befragten Verkäufer. Ein nur sehr geringer Anteil der Websites wird von professionellen Internet- oder Werbeagenturen betreut (elf Prozent). Über den geringen Nutzen der Website scheint sich der Großteil der Reisebüromitarbeiter im Klaren zu sein – nur 21 Prozent der Reiseverkäufer empfehlen ihre eigene Website dem Kunden häufig. Die Websites der Reisebüros haben also Nachholbedarf, um einen hohen Nutzen für den Kunden zu schaffen.
- Vielversprechend erscheint auch der Aufbau einer internen Reisebüro-Wissenscommunity, die Reiseverkäufer untereinander vernetzt und deren Spezialwissen für die Kollegen zur Verfügung stellt. 94 Prozent der befragten Reiseverkäufer sind bereit, ihr Fachwissen mit anderen Kollegen zu teilen, wenn sie im Gegenzug selbst Informationen und Insidertipps erhalten.
- Die Studie ging auch der Frage nach, wie Informationen aus dem Internet effizient in den Beratungsprozess im stationären Reisevertrieb einbezogen werden können. Durch die Recherche und Integration von Internetinformationen werden Beratungsprozesse erheblich verlängert: Im Durchschnitt um zehn bis zwölf Minuten bzw. um 40 Prozent. Da sich die Prozesskosten im Reisebüro hierdurch deutlich erhöhen, ist eine effiziente Nutzung von Internet-Informationen derzeit noch nicht möglich.


