Google Flights – Achtung, fertig CH

Nichts Neues….

Still und leise hat Google die Applikation Google Flights vor einigen Tagen in der Schweiz freigeschaltet. Auf den ersten Blick keine grosse Sache und schon gar keine Revolution im Bereich der Metasuche. Schon seit längerem wird in den USA und anderen Ländern mit dem Tool getestet und immer wieder werden kleine Änderungen eingespielt. Was Google Flight bietet, das können doch Ebookers, Expedia, Skyscanner, Momondo und Kayak/Swoodoo schon lange.

Und doch ändert sich alles!

Seit letzter Woche weiss potentiell jeder Anrufer beim Reisebüro oder im TMC, was ein Flug an den gewünschten Daten kostet. Und das ohne einen der oben erwähnten Anbieter zu kennen. Die Eingabe   „Flug Singapur“ in Google reicht schon aus. Erstaunlich oder? Danach kann die Suche noch mit weiteren Kriterien und Filtern verfeinert werden. Et voila.

Suchergebnisse und gesponserte Einträge von Online Travel Agencies, Fluggesellschaften und Reisebüros werden natürlich weiterhin angezeigt. Aber mitten drin und natürlich auf der ersten Ergebnis-Seite – ohne Umschweife Flugpreise, Fluggesellschaften und Flugzeiten.

06-02-2015 14-18-35

Funktionen:

Google beschränkt sich auf die Anzeige von Preisen der   Airlines  und tritt nicht selbst als Verkäufer auf. Auch wenn wir schon Anzeichen gesehen haben, dass sich das noch ändern könnte.

In der Anwendung überzeugt Google Flights durch eine sehr hohe Geschwindigkeit. Anfragen werden innert Sekunden umgesetzt. Kaum ein Warten bei beliebiger Neueingabe. Die Filtermöglichkeiten, die vor, während oder nach der Suche benutzt werden können, sind durchdacht und führen schnell zu den gewünschten Resultaten. Neben einer Balkengrafik zeigt auch die Kalenderanzeige, wann zu welchem Preis geflogen werden kann. Zudem wird oft auch noch eine besonders günstige Variante textlich hervorgehoben. Anfrage und Preis können gespeichert werden und Google macht dann per Email auf allfällige Änderungen aufmerksam. Ein paar durchgeführte Preisvergleiche auf den Suchmaschinen zeigen keine gravierenden Unterschiede zu den bei ebookers, Expedia und Momondo verfügbaren Preisen.

Für eine Buchung wird der Nutzer auf die Webseite der Airline oder von Werbepartnern geführt. Bei unseren Tests waren hier vor allem eDreams und BravoFly präsent. Ebookers, Expedia und Opodo  oder gar Schweizer Reiseveranstalter konnten wir hier noch sehen. Obwohl diese Firmen Millionen in die Google-Werbung investieren, bleiben diese bisher scheinbar aussen vor. Das wird sich aber bestimmt noch ändern. Gemäss Aussage von Matthias Thürer von ebookers gegenüber dem Tagesanzeiger, ist eine Partnerschaft mit Google Flight geplant und an der Umsetzung wird gearbeitet.

Was denken wir darüber

Google arbeitet weiter am sogenannten Customer Journey und bringt mit Google Flights einen weiteren Baustein nun auch in der Schweiz an den Start. Warum sich noch die Mühe machen, auf ebookers oder Swoodoo zu suchen, wenn der Preis doch viel schneller auf der Suchseite von Google verfügbar ist? Die Metasuchmaschinen werden nicht glücklich sein über Google Flights – behaupten sich aber bisher trotz allem noch im Markt. Wessen Angebote neben den Preisen der Airlines angezeigt werden und wohin die Buchung gesteuert wird, darüber werden zukünftig wohl die bei Google investierten Werbegelder der Anbieter entscheiden.

Für die Reisebüros und TMCs wird die Aufgabe nicht leichter. Wir gehen davon aus, dass ein noch besser informierter Kunde, immer öfter im Gespräch auf den Google-Preis aufmerksam machen wird. Die Reiseberater müssen sich auf entsprechende Diskussionen einstellen. Nicht, dass es diese bisher nicht gab – aber es werden mehr werden!

Nichts Neues – und doch wird alles anders!

Wir empfehlen allen Verantwortlichen  Google Flights mit den Mitarbeitenden im Verkauf aktiv zu thematisieren. Gerne übernehmen wir das für Euch im Rahmen eines Feierabend-Gesprächs oder eines Mitarbeiter-Workshops.

Daniel Grenacher für TravelBrain

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